
Impfungen - Sinn und Unsinn:
Zunächst als Gedankenanstoß: Wie oft lassen Sie sich impfen?
Katzen werden – sofern man es zulässt – mit meist absoluter Überzeugung vom Tierarzt einmal jährlich geimpft. Ist das nun wirklich notwendig oder liegt das daran, dass die durchschnittliche Kleintierpraxis ihre Einnahmen zu ca. 40% aus der Impferei von Katzen und Hunden bezieht?
Wenn es denn nun im Zweifelsfall höchstens überflüssig wäre, aber keinen Schaden anrichtet, könnte man ja sagen: Nun ja, sicher ist sicher...
Tatsache ist aber, dass das Impfen sehr wohl Schaden anrichten kann. Dazu zählen allergische Reaktionen, sowie das meist tödliche endende Impfsarkom (ein bösartiger Tumor).
Je häufiger geimpft wird und je mehr Impfstoffe auf einmal gegeben werden, desto höher das Impfsarkom-Risiko. Impfsarkome werden vor allem durch Totimpfstoffe ausgelöst, da diese chemische Zusatzstoffe (Adjuvantien) enthalten, um die Immunreaktion auf die Impfung zu verstärken. Es gibt für fast alle Impfungen mittlerweile Lebendimpfstoffe, die adjuvansfrei sind, lediglich die Tollwutimpfung enthält ein Aluminiumsalz als Adjuvans und darüber hinaus als Konservierungsmittel eine hochgiftige Quecksilberverbindung.

Gleich vorweg: Das soll niemanden dazu bringen, einfach gar nicht zu impfen
– wohl aber die Notwendigkeit bestimmter Impfungen, sowie die Häufigkeit
der Nachimpfungen zu überdenken.
In Medizin und Forschung wird dieses Thema seit einiger Zeit diskutiert und
mittlerweile gibt es ein neues Impfschema in den USA, das von der American
Association of Feline Practitioners (AAFP), wie auch von der Academy of Feline
Medicin (AFM) beschlossen wurde und mittlerweile an vielen Veterinärkliniken
in den USA angewandt wird.
Leider sind wir in Deutschland noch nicht soweit.
Interessant ist, dass die Dauer des Impfschutzes für einen Impfstoff nicht
untersucht werden muß und die Hersteller aus nicht wirklich belegbaren
Gründen meist die Empfehlung der jährlichen Auffrischung geben (auch hier
lässt sich der Gedanke an wirtschaftliche Interessen hinter diesen
Empfehlungen doch irgendwie nicht von der Hand weisen). Vom Impfstoff-Hersteller
werden nur Untersuchungen zur Wirksamkeit und Unschädlichkeit eines Impfstoffs
verlangt, aber nicht zur Schutzdauer.
Die Notwendigkeit der jährlichen Nachimpfung für die meisten
gängigen Impfungen war wissenschaftlich noch nie begründet und ist es
auch heute noch nicht. Untersuchungen von Fred W. Scott (Cornwell University)
über die Dauer des Immunschutzes bei Impfungen gegen Katzenseuche und
Katzenschnupfen ergaben, dass noch nach über 7 Jahren ein ausreichender
Immunschutz gegeben war, nachdem eine Grundimmunisierung im Kittenalter erfolgt
war. Der Schutz gegen Katzenseuche war praktisch 100%, der Schutz gegen
Katzenschnupfen lag bei 50-60%, was bei jährlich geimpften Katzen nicht anders
ist. Die Impfung gegen Katzenschnupfen verhindert oft die Ansteckung nicht
völlig, die Katzen erkranken aber nicht so schwer.
(Quelle: Feline Practice, Juli/August 1997; und Journal of
Veterinary Research, Mai 1999)
Auch Pfizer Animal Health USA hat im Janur 2004 eine Studie über die Dauer
des Immunschutzes (bestimmt durch Antikörpermessung) für den
Pfizer-Impfstoff gegen Katzenseuche und –schnupfen veröffentlicht.
Ergebnisse: Die Katzen hatten vier Jahre und noch länger Antikörper. Der
Tierimpfstoffhersteller Pfizer Deutschland scheint es allerdings nicht eilig zu
haben, diese Erkenntnisse in Deutschland publik zu machen.
(Quelle:
http://www.drei-hunde-nacht.eu/impf/impfkatzen.htm)
Professor Ronald D. Schultz, Veterinärimmunologe an der Universität von Wisconsin in Madison stellte nach seinen Untersuchungen zu Antikörpern in geimpften Tieren fest, dass die Nachimpfungen keinen signifikanten Anstieg der Antikörper zur Folge hatte.
Weiterhin legt er dar:
"Die Empfehlung zur jährlichen Auffrischung war nicht durch wissenschaftlich
fundierte Studien belegt, und man wird für viele der gebräuchlichen
Produkte in der Literatur auch keine Veröffentlichungen finden, die die
Notwendigkeit der jährlichen Impfung nachweisen."
(Quelle: Veterinary Medicine, März 1998)

Und noch ein Zitat dieses Mediziners:
"Die Empfehlung, Haustiere jährlich zu impfen, wird immer weniger akzeptabel
angesichts der steigenden Zahl der Nebenwirkungen, vor allem solcher, die eine
schwere Erkrankung verursachen oder gar den Tod, und angesichts der wachsenden Zahl
der verfügbaren Impfstoffe. Meine eigenen Haustiere werden als Welpen ein-
oder zweimal geimpft und dann nie wieder, mit Ausnahme der Tollwut-Impfung, die
alle drei Jahre gegeben wird, seit ein Drei-Jahres-Produkt erhältlich ist. Ich
verfahre nach diesem Programm seit 1974, und es ist weder bei meinen Haustieren
noch bei den Haustieren meiner Kinder und Enkel jemals eine Infektionskrankheit
aufgetreten."
Aus dem bisher Gesagten wird zunächst schon mal deutlich, dass über die Frage der Notwendigkeit einer Grundimmunisierung für Katzen keinerlei Zweifel bestehen. Hier fragt sich lediglich, gegen was geimpft oder nicht geimpft wird. Die Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche sind hier wohl obligatorisch, die Frage weiterer Impfungen kann nicht beantwortet werden, ohne sich zu überlegen, welchem Infektionsrisiko diese Katze ausgesetzt ist (Freigänger oder Wohnungskatze, Liebhabertier oder Zuchtkatze etc.)
Wie bereits oben beschrieben handelt es sich hier um einen eingeschränkten Schutz, der aber dennoch für alle Katzen sinnvoll ist, da er die klinischen Symptome der Krankheit vermindert.
Es gibt viele unterschiedliche Calicivirenstämme und die Virenstämme mutieren häufig. Viele der Impfstoffe bieten für viele Virenstämme überhaupt keinen Schutz.
Die Dauer des eingeschränkten Schutzes hält vermutlich über 7 Jahre. Die Empfehlung der AAFP und AFM lautet, nach der Grundimmunisierung im Kittenalter, eine Auffrischung nach einem Jahr vorzunehmen und dann alle 3 Jahre zu impfen.
Es sollte darauf geachtet werden, dass im Impfstoff keine Vaczine gegen Chlamydien enthalten sind, wie das bei vielen Kombi-Mitteln der Fall ist. Diese Impfung bietet nur einen schlechten Schutz, erhöhen aber überdurchschnittlich das Risiko für Unverträglichkeitsreaktionen, da es sich um einen Ganzkeim-Impfstoff handelt. Chlamydien rufen bei einer sonst gesunden Katze keine lebensbedrohliche Krankheit hervor und sind zwar langwierig, aber doch recht gut behandelbar. Zudem sind Chlamydien vorwiegend nur in Tierheimen oder größeren Zuchten ein Problem.
Hier sollte, wie bereits erwähnt, für alle Katzen eine Grundimmunisierung erfolgen. Wahrscheinlich hält dieser Schutz ein Leben lang (so ähnlich wie Masern oder Windpocken beim Menschen). Wissenschaftlich belegt ist das leider noch nicht.
Wie man hier verfährt, muss letztendlich jeder für sich selbst und seine Katzen entscheiden.
Wer sicher gehen möchte, entscheidet sich vielleicht für die Empfehlung der AAFP und AFM, die nach der Grundimmunisierung im Kittenalter, eine Auffrischung nach einem Jahr und dann alle 3 Jahre eine Nachimpfung empfiehlt.
Hier muss zwischen Wohnungskatze und Freigänger unterschieden werden, da der Erreger nur direkt übertragen werden kann. Bei einer nur in der Wohnung lebenden Katze ist diese Impfung überflüssig. Wenn ein neues Kätzchen in den Haushalt kommt, sollte stattdessen (vor Einzug!!) auf FeLV getestet werden. Achtet man hierauf, wird der eigene Haushalt zuverlässig FeLV-frei bleiben.
Anders verhält es sich mit Freigängern, die sich natürlich durchaus infizieren können. Die Impfung gegen FeLV bietet keine Garantie, dass die Katze nicht daran erkrankt. Auch regelmäßig FeLV-geimpfte Katzen können sich bei Dauerkontakt mit Virusausscheidern infizieren und an FeLV erkranken.
Über die Schutzdauer der FeLV-Impfungen gibt es leider noch keine Untersuchungen. Wahrscheinlich hält auch hier der Schutz mindestens 3 Jahre. Sicher ist aber, dass gesunde erwachsene Katzen einen körpereigenen Schutz haben und mit dem Virus meist gut selbst fertig werden. Von daher ist es hier zu überlegen, in den ersten Jahren zu impfen, dann aber nicht mehr, insbesondere, da diese Impfung neben der Tollwut-Impfung die meisten Impfsarkome auslöst.
Die Schutzwirkung ist äußerst schlecht, die Impfung dementsprechend umstritten und vor allem in den meisten Fällen sinnlos, da ohnehin ca. 80% aller Katzen bereits infiziert sind. Der Coronavirus ist zunächst relativ harmlos, kann aber - z.B. unter Stress oder aufgrund einer Veranlagung der Katze - zu einer gefährlichen Variante mutieren. Hiervor schützt aber leider die Impfung meist nicht. Von dieser Impfung kann nur abgeraten werden.
Auch hier sollte unterschieden werden, ob die Katze einem Infektionsrisiko überhaupt ausgesetzt ist. Eine Wohnungskatze gegen Tollwut zu impfen, ist natürlich absolut überflüssig, es sei denn die Katze soll in einer Tierpension untergebracht oder auf Katzen-Ausstellungen gezeigt werden oder bei Reisen ins Ausland mitgenommen werden, denn dann muss diese Impfung vorliegen.
Aber auch für Freigänger ist es fraglich, ob diese Impfung überhaupt sein muss, da Tollwut lange nicht mehr so verbreitet ist, wie es einmal der Fall war. Seit einiger Zeit wird erfreulicherweise auch in Deutschland das Drei-Jahres-Intervall für die Tollwut-Impfung anerkannt und die Impfstoffe sind durch ein Drei-Jahres-Intervall gekennzeichnet. Eine jährliche Nachimpfung ist hier also völlig indiskutabel, da durch die Tollwut-Impfung mit Abstand die meisten Impfsarkome verursacht werden.

Tierärzte sind oft ziemlich uneinsichtig, was die neuen Studien zu Impfstoffen
betrifft.
Tatsache ist aber, dass
SIE
bestimmen, wogegen und wie oft Ihre Katze geimpft werden soll.Auch sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viel auf einmal geimpft wird, da auch dies, genau wie die überflüssige Häufigkeit der Impfungen, das Risiko eines Impfsarkoms erhöht und das Immunsystem des Tieres unnötig belastet.
In diesem Zusammenhang auch noch ein paar Worte zum Entwurmen:
Man liest immer wieder Empfehlungen, Katzen sollten regelmäßig entwurmt werden. Die Empfehlungen schwanken hier von alle 3 bis alle 6 Monate. Würmer verursachen Durchfall, können innere Organe schädigen und dem Tier Nährstoffe entziehen, so dass es abmagert. Sie sind also durchaus ernst zu nehmen.
Die andere Seite ist aber, dass jedes Wurmmittel definitiv ein Gift ist und die Leber belastet. Darüber hinaus gibt es neuere Untersuchungen, dass Würmer - solange sie nicht überhand nehmen -im Immunsystem sogar eine positive Rolle spielen können. Würmer sind - wie auch Bakterien - Trainer für das Immunsystem. Unter Allergologen ist bekannt, dass Menschen, die als Kinder ZU großer Hygiene ausgesetzt waren, eher zu Allergien neigen. Bezogen auf Würmer gibt es ähnliche Studien: Menschen, die als Kinder mal Würmer hatten, neigen weniger oft zu Allergien als andere.
Das soll natürlich nicht dazu führen, eine Katze einfach verwurmen zu lassen. Es ist aber so, dass viele erwachsene Katzen mit Würmern ganz gut selbst fertig werden und eine permanente Chemie-Keule absolut unnütz ist.
Empfehlenswert ist (bei Freigängern halbjährlich, bei Wohnungskatzen jährlich) Kotproben (bitte nicht nur eine, sondern mehrere) vom Tierarzt auf Würmer untersuchen zu lassen und nur dann zu entwurmen, wenn es wirklich notwendig ist. Dann kann auch das Mittel nach der vorhandenen Wurmart ausgewählt werden, denn nicht jedes Mittel hilft gegen jede Wurmart.
Vor einer Impfung sollte immer auf Würmer untersucht und ggf. entwurmt werden, da bei einer Verwurmung unter Umständen der ganze Impfstoff zunichte gemacht wird und die Impfung somit nicht anschlägt.
